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Hörtherapie nach Prof. Tomatis bei Erwachsenen:

Es handelt sich um eine Therapieform, die über die Ohren angewendet wird. Ein wesentlicher Einfluss auf das Hörverhalten und das Nervensystem der behandelten Person wird ausgeübt. Da das Ohr als Sinnesorgan mehrere wichtige Aufgaben für den Menschen gleichzeitig erfüllt, wird bei der Hörkur zur gleichen Zeit:

 

Die Großhirnrinde mit Energie aufgeladen:

Dies führt dazu, dass der/die Patient/in Freude daran findet hinzuhören und es fällt ihm/ihr wesentlich leichter, die an ihn/sie gerichteten Anforderungen mühelos zu bewältigen (sowohl im Alltag, auch als im Privat- und Berufsleben).

Das Hörvermögen der Person wird wesentlich stimuliert:

Im Laufe der Zeit verändert sich das Hörverhalten des/der Patienten/in dermaßen, dass man davon sprechen kann, dass er/sie zu dem idealen Hörvermögen eines Kleinkindes zurückkehrt (bei dem im Idealfall die ganze Bandbreite des Hörspektrums noch vorhanden war). So wird dem/der Patienten/in noch einmal die Chance gegeben, die in seiner Person angelegten Fähigkeiten und Neigungen  unbelastet zu entwickeln oder weiterzuentwickeln.

„Die Tomatis Therapie bringt nichts hervor, was nicht schon im Menschen von Anfang an vorhanden gewesen wäre, es ist keine Wunderkur. Das Verfahren erschließt vielmehr die verborgenen Möglichkeiten, jenes gewaltige Potential, das jedem innewohnt“.

Zitat aus dem Buch „Die Kunst zu hören“ von Paul Madaule. (1)

 

Ein ausgleichender Einfluss wird auf das unbewusste Nervensystem (vegetatives N.S.) ausgeübt:

Der/die Patient/in schläft besser und tiefer, seine/ihre Einschlafzeiten und Erholungsphasen werden kürzer. Erholtes Erwachen am Morgen befähigt ihn/sie, mit dem Stress des Alltags besser umzugehen. Es hat auch eine regulierende Wirkung auf die Atmung und den Kreislauf. Die Atmung wird tiefer und ruhiger, die Durchblutung des Körpers verändert sich positiv und regulierend, da Verkrampfungen des Gefäßsystems sich lösen.

 

Der/die Patient/in wird zum gezielten Hinhören erzogen:

Gleichzeitig verändert sich der Sitz der Stimme im Körper und deren Klangfarbe. (2)

 

Ablauf der Therapie:

Die Tomatis Hörtherapie besteht im Allgemeinen aus drei „Blöcken“. Der erste Block, die Grunddyna-misierung dauert fünfzehn Tage. Danach folgen zwei „Blöcke“ von jeweils nur acht Tagen, die mit Pausen von drei bis vier Wochen unterbrochen werden. Die neu erworbenen Fähigkeiten (beim ersten Block) werden durch Wiederholungen (bei Block zwei und drei) antrainiert und stabilisiert. Dadurch wird ein sicheres neurophysiologisches und psychologisches Hörverhalten erreicht und gefestigt.

Der/die Patient/in kommt jeden Tag für zwei Stunden, außer sonntags, in die Praxis zum Hören. In dieser Zeit wird passiv Mozartmusik gehört, die individuell bearbeitet und gefiltert wird. Auf eine gefilterte Phase folgt immer eine ungefilterte, in der sich das Ohr wieder erholen kann.

Diese spezifisch bearbeitete Musik hören die Patienten über einen speziellen Kopfhörer, durch den der Knochen des Schädels (Knochenleitung) und das Trommelfell (Luftleitung) unabhängig voneinander stimuliert werden können.

Nach der passiven Phase des Hörens können noch aktive Phasen folgen, in denen am Mikrofon mit der Stimme gearbeitet wird, um sie besser in den Körper zu integrieren.

Die tägliche Sitzung:

Lesen ist während des Hörens nicht emfehlenswert, es würde die Zielsetzung der Therapie durch den Verbrauch der zugespielten Energie gefährden.

Um die Wirkung der Therapie zu verlängern, sollten nach Beendung der Hörsitzungen mindestens zwei Stunden lang kein Radio und kein MP3 mit Ohrstöpseln gehört werden. Dagegen fördert aktives Musizieren die Zielsetzung des Horchtrainings.

                                               

(1) „Die Kunst zu hören“ von Paul Madaule, Pendo Verlag Zürich (Buch vergriffen nur im Antiquariat zu finden).

(2) Die  Tomatis Gesetze:

1. Tomatis-Gesetz:

„Die Stimme enthält als Obertöne nur die Frequenzen, die das Ohr hört.“

2. Tomatis-Gesetz:

„Gibt man dem Ohr die Möglichkeit, nicht mehr oder nicht gut wahrgenommene Frequenzen wieder korrekt zu hören, so treten diese augenblicklich und unbewusst wieder in der Stimme in Erscheinung.“

3. Tomatis-Gesetz:

„Die über einen bestimmten Zeitraum wiederholte akustische Stimulation führt zur endgültigen Veränderung des Gehörs.“   

Die aktive Arbeit in der Hörtherapie nennt man Knochenleitungsübungen. Diese Übungen werden an anderer Stelle ausführlich behandelt.