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Hörtherapie nach Prof. Tomatis:

Da das Ohr als Sinnesorgan mehrere wichtige Aufgaben für den Menschen gleichzeitig erfüllt, erfolgt bei der Hörtherapie zur gleichen Zeit:

Die Aufladung der Großhirnrinde mit Energie:

Das Innenohr wandelt die hohen Frequenzen der Musik in Energie um und versorgt damit die Großhirnrinde. Dies führt dazu, dass das Kind Freude daran findet hinzuhören und es fällt ihm wesentlich leichter, die an ihn gerichteten Anforderungen mühelos zu bewältigen, sowohl im Alltag, als auch im Schulbereich.

Die Einflussnahme auf das vegetative Nervensystem:

Das Kind schläft besser und tiefer, seine Einschlafzeiten und Erholungsphasen werden kürzer. Erholtes Erwachen am Morgen befähigt es, mit dem Stress des Alltags besser umzugehen. Es entsteht auch eine regulierende Wirkung auf Atmung, Blutdruck, Herzrhythmus und Verdauung. Die Atmung wird tiefer und ruhiger, die Durchblutung des Körpers verändert sich, da sich Verkrampfungen des Gefäßsystems lösen.

Bei der Verdauung kommt es ebenfalls zur Entspannung der Eingeweide. Die Appetitlosigkeit lässt nach, spektakulär bei Ritalinkindern. Im umgekehrten Fall bei Kindern, die kein Sättigungsgefühl haben, was sehr selten vorkommt, werden die Essgewohnheiten plötzlich angemessener reguliert.

Das Kind wird zum gezielten Hinhören erzogen:

Im Laufe der Zeit verändert sich das Hörverhalten des Kindes dermaßen, dass man davon sprechen kann, dass es zu dem idealen Hörvermögen eines Kleinkindes zurückkehrt (bei dem im Idealfall die ganze Bandbreite des Hörspektrums noch vorhanden war). So wird dem Kind noch einmal die Chance gegeben, die in seiner Person angelegten Fähigkeiten und Neigungen unbelastet zu entwickeln oder weiter zu entwickeln.

Die Tomatis Hörtherapie besteht im Allgemeinen aus drei „Blöcken“.

Der erste Block, die Grunddynamisierung, dauert fünfzehn Tage. Danach folgen zwei „Blöcke“ von jeweils nur acht Tagen, die mit Pausen von drei bis vier Wochen unterbrochen werden. Wird ein Kind behandelt, das die Pubertät noch nicht erreicht hat, muss die Mutter die Hörtherapie auch mitmachen.

Die neu erworbenen Fähigkeiten (beim ersten Block) werden durch Wiederholungen (bei Block zwei und drei) antrainiert und stabilisiert.

Ablauf der Therapie:

Mutter und Kind kommen jeden Tag, außer sonntags, zwei Stunden lang in die Praxis zum Hören. In dieser Zeit hören sie voneinander getrennt passiv Mozartmusik, die individuell bearbeitet und gefiltert wird.

Diese spezifisch bearbeitete Musik hören die Kinder über einen speziellen Kopfhörer, durch den der Knochen des Schädels (Knochenleitung) und das Trommelfell (Luftleitung) unabhängig voneinander stimuliert werden können.

Während das Kind den Kopfhörer trägt, werden am Tisch Tätigkeiten angeboten, wie Malen/Zeichnen, Mandalas ausmalen, Legosteine, Baufix, Kapla, Puzzle, Tangram etc.

Nur Lesen und das Verrichten von Hausaufgaben werden nicht zugelassen. Es würde die          Zielsetzung der Therapie durch den Verbrauch der zugespielten Energie gefährden.